Gebirgsschützenkompanie Reit im Winkl Schon in frühester Zeit trugen unsere Gebirgsschützen bei ihren Übungen und Einsätzen ihre alther- gebrachte Kleidung. der Generalerlaß von 1599 durch Herzog Maximilian von Bayern konnte das arme, einfache Gebirgsvolk nicht dazu bewegen, sich hierfür eine eigene Uniform schneidern zu lassen. Da die Schützen die Kleidung selbst stellen mußten, lenkte der Herzog schließlich ein, und es kam trotz allem zur straffen Organisation der Landfahnen. Dies wurde auch bei uns in den späteren Jahrhunderten beibehalten und blieb bis zur Auflösung der Gebirgsschützen 1869 so bestehen. Um aber den Gebirgsschützen von den anderen Mitmenschen zu unterscheiden, hatte er sich mit einer weißen und blauen Hutmasche auszuzeichnen. Als Joseph Friedrich Lentner im Auftrag des bayerischen Kronprinzen Max und späteren König Max II. in den Sommermonaten 1846 bis 1851 durchs bayerische Land reiste, um eine ethnographische Bestandsaufnahme zu machen, kam er auch nach Reit im Wink!. In seinen Aufzeichnungen über das Gebirgstal beschrieb er auch das Gewand. "... Im Winter bestund der Sonntagsrock, wie das Kamisol aus schwarzem Loden und hatte ganz den Schnitt des alten Leibrockes, wie er in den Jahren 1750 bis 1800 im Oberlande größtentheils zu Hause war. Im Sommer wurde er aus Wollenzeug mit Leinendurchschlag geschneidert. Später bekam er die bekannte kurze Taille, ... Das Leibstückl aus Scharlach mit einer Reihe Knöpfe blieb, ... Die kurze Lederhose (Bundhose) mit weißen Strümpfen und Schnürschuhen blieben in Ehren. Der breitrandige Hut mit niederem Gupfe, mit Schnalle und Band oder Schnur verziert, setzte an der Höhe zu, was er am Rande verlor." Weiter schreibt er: "In Reitimwinkl und Weßen wird der Unterinnthalerhut, wie in Tyrol getragen." Auf den alten Bildern kann man den langen Sonn- tagsrock im Vergleich zur Joppe mit kurzer Taille, sowie den breitrandigen Hut und den Stopsel- hut mit schmalem Rand nebeneinander sehen. Auch der Unterinnthalerhut ist auf einem Gruppenbild dargestellt. Unsere heutige Montur besteht aus der schwarzen, kurzen Sommerjoppe; auch das Leibstückl oder Leibl ist wie früher aus scharlachrotem Samt mit einer Reihe Knöpfe. Die lederne Bundhose, sie ist heute weiß ausgenäht, sowie die naturweißen Wollstrümpfe und Schnürschuhe haben sich gegenüber den früheren kaum verändert. Um den Bauch wird entweder ein Ranzen (Ledersack) oder Leibgurt getragen. Da der alte schwarze Unterinntha1erhut vom so- sogenannten Stopselhut verdrängt wurde, tragen wir heute diesen Hut mit goldenen und schwarzen Hutschnüren und schwarzen Quasten. Diesen schwarzen Stopselhut zieren zwei Gockelfedern, die laut Überlieferung für Reit im Winkl schon immer typisch waren. Aus einem alten Spottvers hört man: "... Salzburgisch muh, Reit im Winklerisch kikeriki. . ." Das Hemd oder die Pfaid ist aus weißem Leinen, und am Hals schmückt es ein buntes seidenes oder wollenes Tüchl. Als Erkennungszeichen der Gebirgsschützen tragen wir auf dem Hut statt der früheren weiß-blauen Maschen eine Kokarde. Sie 1st ein metallenes Abzeichen mit weiß-blauem Strahlenkranz. Und um den linken Arm tragen wir eine weiß-blaue Armbinde mit dem Kompanie-Abzeichen. Den echten Schützen zeichnet außerdem noch eine Schützenschnur in verschiedenen Farben aus.